January 17, 2008 2

Am Kap der guten Hoffnung

By in Travel

[singlepic=234,130,240,,left]Nach dem gestrigen Abend voller Mutanten, Zombies und schlechtem, unruhigen Schlaf hat der Wecker uns heute um 7 Uhr wach geklingelt. Ein Blick aus dem Fenster zeigte uns zwar strahlend blauen Himmel, aber dennoch waren wir völlig unmotiviert aufzustehen. Dank Jens haben wir uns aber glücklicherweise doch noch aus dem Bett gequält, denn zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir unsere Entscheidung zum Kap zu fahren nicht bereuen würden, denn eine Menge schöner und abenteuerlicher Sachen wartete auf uns, die wir an einem Tag in Tableview gewiss nicht erlebt hätten. Gegen zehn nach acht saßen wir im Auto und haben uns dann mit einem “Coffee to go” auf die Autobahn nach Süden aufgemacht, so weit wie möglich. Richtung Kenilworth, an der Hout Bay vorbei, durch Simon’s Town und Boulders (die Pinguine) Richtung False Bay, wo nebenbei bemerkt die weißen Haie am häufigsten hier in Südafrika zu finden sind. Die Bebauung wurde mit der Zeit immer spärlicher, Buschlandschaft und Felsen nahmen ihren Platz ein. Irgendwann gelangten wir zu dem riesigen Naturschutzgebiet, durch welches man fahren muss um zum Kap zu gelanden. 55 Rand (5,50€) – ganz schön teuer für jemanden der sich nur mal an das Holzschild mit der Aufschrift “Cape of Good Hope” stellen und fotografieren lassen will – dachten wir. Doch der Zufall wollte es, dass wir für unser Geld mehr sehen sollten als ein Holzschild und jede Menge Touristen. Gegen halb zehn standen wir vor dem Aufgang zum Cape Point (nicht zu verwechseln mit Cape of Good Hope – was jedoch nicht weit davon entfernt liegt). Nach etlichen Stufen und überwundenen Höhenmetern standen wir oben am Leuchtturm mit dem legendären Wegweiser, der anzeigt wie viele Kilometer einen von bekannten Weltstädten wie beispielsweise Berlin, Sydney oder San Francisco trennen. Dank unseres frühen Aufbrechens konnten wir ungestört von Touristenbussen die Natur auf uns wirken lassen. Ein paar Fotos geschossen und wieder runter. Das Runtergehen darf man jedoch nicht unterschätzen – uns haben die Beine irgendwann so gezittert, dass wir kleine Pausen einlegen mussten.

Wieder am Auto angelangt ging es direkt weiter zum Cape of Good Hope. Dazu fährt man einfach die Straße einige Kilometer zurück und nimmt eine andere Abzweigung. Die Landschaft bleibt aber ziemlich buschbewachsen, rau und trocken. Immer wieder warnen Schilder vor Pavianen. Wir halten die Augen zwar fleißig offen, doch leider sehen wir nichts. Nicht mal das allerkleinste Äffchen. Das Cape of Good Hope besteht eigentlich nur aus einer großen Landzunge mit Berg und jeder Menge riesen Kieselsteine. Das Schild ist natürlich auch da und wir haben uns auch gleich mal dazu gestellt.[singlepic=229,160,240,,right] Da es sehr windig war und wir gesandstrahlt wurden, haben wir dort aber nicht lange verweilt, waren auch ganz traurig, dass wir keine Paviane gesehen haben und sind mit dem Auto wieder auf die Hauptstraße gefahren.

“Auf ein Letztes” dachten wir uns, als das Schild “Platboom Beach” auftauchte. Vielleicht würden wir da noch was zu sehen bekommen. Mit den Augen links und recht, hinten und vorne, sowie oben und in der Ferne fuhren wir durch die buschbewachsenen grau-braunen Berge. Nichts. Doch dann sahen wir zwei hellbekleidete Frauen mit Hüten und Stöcken mitten auf den Büschen stehen. Und wir denken uns noch “Was machen die da!” und waren völlig verwundert. Doch dann bogen wir um die nächste Ecke und sahen sie. Der ganze Berghang war gespickt mit Pavianen. Eine Familie aus ca 25 Tieren – vom riesen Koloss bis zum Baby, dass auf dem Rücken seiner Mutter kauerte. Leider waren sie viel zu weit entfernt, als dass man Einzelheiten hätte sehen können. Noch nicht man das Tele-Objektiv konnte sie uns nah genug heranbringen. Doch in dem Moment waren wir einfach platt, da wir nicht mehr damit gerechnet hatten überhaupt Affen zu sehen. Mit der Zeit setzte sich die Familie in Bewegung und langsam traten sie zusammen mit mit den beiden Naturforscherinnen eine Wanderung ins Landinnere an.Wir haben das von Tal aus mitverfolgt und sind dann langsam mit dem dem Auto hinterhergefahren, um diese seltsame Formation zu begleiten. Da die Affen nicht etwa zusammen blieben sondern in Abständen von mehreren hundert Metern einzeln durch die Böschung streiften, mussten wir immer ein Auge auf unsere nähere Umgebung halten. Türen zu und Fenster hoch, heißt es da. Irgendwann hat sich dann ein mittelgroßer Pavian, wahrscheinlich noch ein Jungtier, der Straße und damit auch unserem Auto genähert. Jens ist ausgestiegen und hat das von sicherem Abstand aus mit der Spiegelreflex festgehalten. Der Pavian hat in aller Ruhe ein paar Blüten vom Wegesrand probiert und sich dann langsam auf unser Auto zubewegt – aber alles in einer Seelenruhe. Wir sind daraufhin schnell ins Auto gesprungen, haben die Scheiben hochgekurbelt und gewartet was passieren würde. Statt aufs Auto zu klettern oder derartige spektakuläre Aktionen zu vollbringen trottete er langsam auf allen vieren direkt an der Beifahrerseite (Abstand vielleicht 30cm) am Auto vorbei und setzte seinen Weg direkt vor uns mitten auf der asphaltierten 5 Meter breiten Straße fort. Geradezu wie Lucky Luke der in den Sonnenuntergang reitet. Nach einigen ziemlich guten Nahaufnahmen hat er sich dann ins Gebüschverkrümelt und wart nie mehr gesehen. Doch diese Begegnung war wirklich eine der besonderen Art, denn wo überall kann man frei lebende Affen antreffen. Ziemlich beeindruckt und wirklich guter Dinge haben wir unseren Weg zurück nach Tableview angetreten und sind gegen vier wieder hier eingetrudelt.

Wie bereits am Kap festgestellt, pfiff es in Kapstadt so dermaßen, dass selbst Spots wie Melkbos und Big Bay, wo generell weniger Wind als in Kapstadt selbst ist, für Surfer unter 100 Kilo unbefahrbar waren. Das heißt Jens hat heute völlig aufs Surfen verzichtet, weil er sonst nämlich weggeflogen wäre. Trotzdem hatten wir super Laune und sind noch in den Pick n’ Pay gefahren um uns eine riesen Portion Magnum zu kaufen, die wir dann mit unserem Parkplatzanweiser geteilt haben. Er hat sich total gefreut in der kack Hitze auch mal eine kleine Erfrischung zu haben. Jedenfalls haben wir uns jetzt überlegt dass wir die armen Parkplatzwächter demnächst mit kalten Coladosen bezahlen, statt ihnen ein paar Rand in die Hand zu drücken. Wir glauben darüber freuen die sich bei über 30 Grad in der Mittagshitze mehr.

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2 Responses to “Am Kap der guten Hoffnung”

  1. Kathi says:

    Süss, das Foto von euch beiden :)
    Wo sind denn die Fotos von den Pavianen ?
    lg, Doro

  2. Kathi says:

    Die Fotos solltest du unter http://www.hydroniumion.de/?page_id=3&album=1&gallery=5 bzw Lichtbilder eigentlich finden…
    Grüße, Kathi

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